Kosmischer Regen

Lehrerfortbildung an der Sternwarte Sonneberg
vom 25.-27. September 2021 (Sa bis Mo)

Wussten Sie schon, dass auf einen Schulhof der Größe 30 m × 30 m ca. 120 Mikrosphärulen (nahezu kugelige Mikrometeorite) mit einem mittleren Durchmesser von 250 µm fallen. Zum Glück rasen diese bei ihrer Ankunft auf der Erdoberfläche nicht mehr so schnell. Vom 25. bis zum 27. September 2021 geht es bei der Sonneberger Lehrerfortbildung um die kleineren Meteorite (Mikrometeorite), die insbesondere im Bereich der „Bürgerwissenschaft“ in den Fokus gerückt sind. Das diese Forschung in Sonneberg kein Novum ist, zeigt die Überschrift eines Beitrags, der 1954 in der Zeitschrift „Die Sterne“ erschienen ist.

Das zur Mikrometeoritensuche motivierende Bild unten stammt von einem der derzeitigen Schrittmacher der Mikrometeoritenforschung (Jon Larsen).
Im Prinzip kann jedermann „vor seiner Haustür“ Mikrometeorite finden, was für Schüler sehr anspornend sein kann. Dies wollen wir bei der Lehrerfortbildung versuchen. In den Workshops wird das Suchen, Präparieren und Finden von Mikrosphärulen praktisch erprobt. Eine vierteilige „Mini-Vorlesung“ von einem Spezialisten auf dem Gebiet der Meteorite legt Grundsteine. Zudem werden didaktische Materialien mit kleinen Rechnungen und Freihandexperimenten, die zum Thema passen, aber auch in anderen Unterrichtskontexten anwendbar sind, vorgestellt.

Akteure:

  1. Prof. Dr. Lutz Hecht, Museum für Naturkunde Berlin
  2. Dr. Peter Kroll, Sternwarte & 4pi Systeme Sonneberg
  3. Eberhard Splittgerber, Sternwarte & 4pi Systeme Sonneberg
  4. Thomas Müller, Denise Böhm-Schweizer, Astronomiemuseum e. V.
  5. PD Dr. Olaf Fischer, Haus der Astronomie Heidelberg
  • 25.09.2021 - Samstag

      Seminarleitung: P.Kroll O. Fischer
    18.00-20.00 Kulinarische Begrüßung und Einführung in den Beobachtungsabend
    Der Rost brennt und die Sterne leuchten2,3,4,5
    20.00-22.00 BEOBACHTUNGEN2-5: mit dem bloßen Auge und mit optischen Hilfsmitteln
    (Ferngläser, 1 Schulfernrohr, 2 Fernrohre in Kuppeln)   
    Programm: Mond (Mondspaziergang), Jupiter, Saturn, Mars, Uranus, Sternbilder, spezielle Objekte
    Optional: FÜHRUNG2,3,4,5:  Sky Pole - der Sonneberger Himmelsweiser Alternative bei schlechtem Wetter: Vortrag5 „Wunder des Sernhimmels“
  • 26.09.2021 - Sonntag

      Seminarleitung: O. Fischer
    09.30-10.00 Begrüßung, Programmvorschau und Organisation2,5
    10.00-10.30 Kaffeepause + Gruppenfoto
    10.30-11.30 VORLESUNG 11:  Vom Meteoroid zum Meteorit
    was sind Meteorite, woher kommen sie, wie sind sie entstanden, wie verändern sie sich beim Durchqueren der Atmosphäre (Verdampfen, Schmelzen, chem. Veränderung, wo in der Atmosphäre), Ankunft am Erdboden...
    12.00-13.30 Mittagspause* (Plätze sind reserviert ab 13 Uhr im Berggasthof „Blockhütte“)
    13.30-15.30 WORKSHOP 15:  Suchen, Präparieren und Mikroskopieren von Mikrometeoriten
    15.30-16.00 Kaffeepause
    16.00-17.00 VORLESUNG 21:  Die Meteoritenfamilie
    Wieviele Meteoriten / welche Masse pro Jahr, welche Typen von Meteoriten, Genaueres zu den Typen, woher kommen die Familienmitglieder (Fortsetzung zu oben), Chemie der Meteorite; was können wir aus Meteoriten über den Ursprung und den Aufbau unserer Erde lernen.
    17.00-18.00 VORTRAG+FÜHRUNG2-5: Sternwarte und Astronomiemuseum Sonneberg Meteoritenausstellung und Neues aus der Sternwarte
    18.00-20.30 Pause mit Abendessen* (Plätze ab 18.30 Uhr im Berggasthof „Blockhütte“)
    20.30-22.00 BEOBACHTUNGEN2-5 wie am Tag zuvor

     

  • 27.09.2021 - Montag

      Seminarleitung: P.Kroll
    09.00-10.00 VORLESUNG 31: Mikrometeorite
    Fallcharakteristik, Kugelbildung, Häufigkeit, Suchen (Möglichkeiten) und Finden, Unterscheidung von Staubpartikeln irdischer Herkunft
    10.00-11.30 WORKSHOP 25: Mikroskopieren von Mikrometeoriten
    11.30-12.00 Kaffeepause
    12.00-13.00 VORLESUNG 41: Aktuelle Meteoritenforschung
    Beispiele aus der aktuellen Forschung, Möglichkeiten für eigenes Mittun von Lehrern und Schülern
    13.00-14.30 Mittagspause (Pizza nach Karte)
    14.30-16.00 WORKSHOP 34: Freihandexperimente und kleine Rechnungen oder Fortsetzung Mikroskopieren von Mikrometeoriten
    16.00-17.00 Abschlusskaffee2,5 Bilanz und Perspektive, Zertifikate, Hinweise auf Materialsammlung zur Fortbildung, Hinweise auf andere Lehrerfortbildungen, auf Reiff-Preis und auf Astronomiewettbewerbe

     

Workshops
mit Aktivitäts-Ideen für die Schule

Die Workshopinhalte basieren auf dem WIS-Beitrag „Kosmischer Regen“:
http://www.wissenschaft-schulen.de/sixcms/media.php/1308/WIS-2020-07-MSOS-Komsischer-Regen.pdf.


Workshop 1: Suchen, Präparieren und Einstieg ins Mikroskopieren von Mikrometeoriten

Es soll sofort Losgehen mit der Mikrometeoritensuche. Zu Beginn des Workshops wird über die notwendigen Schritte informiert, wobei gleichzeitig die notwendigen Hilfsmittel vorgestellt werden. Die Arbeitsschritte sind im oben genannten WIS-Beitrag aufgeführt. Sie folgen einer Handlungsanleitung für das Finden von Mikrometeoriten von Jon Larsen (auf einem Dach), abrufbar unter: https://www.facebook.com/pg/micrometeorites/photos/?tab=album&album_id=2477098688978668&ref=page_internal.
Für den Workshop wird eine zu untersuchende Probe (die zuvor gesammelt und gereinigt wurde) bereitgestellt. Diese muss zunächst in mehreren Schritten gesiebt werden, um dann die Erfolg versprechendste Korngruppe (0,2 – 0,4 mm Korndurchmesser) zu extrahieren.

Workshop 2: Mikroskopieren von Mikrometeoriten

Die ausgesiebte Teilchengruppe wird nun mikroskopiert. Benötigt werden ein Auflicht-Mikroskop, zwei spitze Holzstäbchen und eine kleine Plastikbox (mit luftdichtem Deckel), um eventuelle Mikrometeorit-Kandidaten zu verwahren. Es wird mit einer etwa 60-fachen Vergrößerung gearbeitet. Zur Identifikation von Mikrometeoriten dienen Merkmale, die Jon Larsen in seinem Buch zeigt.

Workshop 3: Fortsetzung Mikroskopieren von Mikrometeoriten oder Freihandexperimente und kleine Rechnungen

Zur Auswahl steht die Fortsetzung der Mikrosphärulensuche am Mikroskop oder die Durchführung einiger Freihandexperimente (Bestimmung der Gesteinsdichte, Freihandversuch zur Stofftrennung, Freihandversuch zum Luftwiderstand) und Rechnungen (zur Mikrosphärulenhäufigkeit, zur Wärmeleitung, zum Fallen bei Luftwiderstand, zur Auftreffgeschwindigkeit von Meteoriten)

    Organisatorisches

    Unterkunft:

    Die Teilnehmer werden gebeten, ihre Übernachtung selbständig zu organisieren (siehe http://www.sonneberg-tourismus.de/component/content/article/109-gastgeber/unterkuenfte/363-alle-unterkuenfte-im-ueberblick). Auch wegen ihrer Nähe zur Sternwarte zu empfehlen sind:

    • Hotel „Zur Hohen Sonne“ (Waldstraße 6, 96515 Sonneberg, 03675 703084)
    • Berggasthof „Blockhütte“ (Waldstraße 60, 96515 Sonneberg, 03675 702840)
    • Gästehaus „Outdoor-Inn“ (Sternwartestraße 18, 96515 Sonneberg, 03675 406804)
    • Hotel „Schöne Aussicht“ (Schöne Aussicht 24, 96515 Sonneberg, 03675 804040)

    Unkostenbeitrag: 80,00 Euro

    Bitte denken Sie auch an

    Fernglas evt. mit Stativ, Fotoapparat, Taschenrechner, Taschenlampe (möglichst mit vorschaltbarem rotem Filter zur  Helligkeitsminderung), warme Bekleidung für Beobachtungsabende, Schreib- und Zeichengerät

    Laptop

    Bitten bringen sie, wenn möglich, einen Laptop mit. Einige Aufgaben erfordern dessen Nutzung.

     

    Didaktische Materialien: Die wichtigsten im Laufe der Fortbildung zur Anwendung gekommenen didaktischen Materialien (Vortragsfolien, Arbeitsblätter, didaktische Texte, …) werden gesammelt und via Internet zugänglich gemacht. Der Link wird den Teilnehmern im Sinne eines Passwortes vor Ort mitgeteilt.

     

    Adresse der Veranstaltung:

    Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg
    Sternwartestr. 32
    96515 Sonneberg
    Tel. 03675 / 81218
    Web: www.astronomiemuseum.de

    Anfahrt mit dem Auto:

    Die Sternwarte Sonneberg befindet sich im hochgelegenen Sonneberger Ortsteil Neufang.
    Von der Stadt führt eine Straße ca. 500 m lang durch ein Wäldchen bis nach Neufang. In Neufang verläuft die Hauptstraße bergan bis zu einem Hochplateau, an dem sich die Buswendeschleife mit der Haltestelle “Sternwarte” befindet. Dort scharf rechts abbiegen.
    Danach sind es noch ca. 200 m bis zur Haupteinfahrt nach links in das Gelände der Sternwarte.
    Im Gelände gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten neben den verschiedenen Häusern. Falls der Platz nicht ausreicht, darf im Gelände auch auf den Wiesen unmittelbar neben der Straße geparkt werden. Alternativ befindet sich eine größerer Parkplatz direkt neben der Bushaltstelle. Der Fußweg zur Sternwarte beträgt dann ca. 300 m.

    Anfahrt mit der Bahn:

    Bis zum Hauptbahnhof Sonneberg mit der Bahn. Neben dem Bahnhof gibt es die zentrale Bushaltstelle, von wo aus die Linie C zur Endhaltestelle “Sternwarte” fährt. Von dort sind es noch ca. 250 m Fußweg zur Sternwarte.  Am Bahnhof gibt es auch einen Taxi-Stand.

    Wissenschaft in die Schulen!

    Die Faszination und die Vernetzungskraft der Astronomie sind Faktoren, die dem Schulunterricht zugute kommen müssen. Diesem Ziel folgend, werden im Rahmen von WIS didaktische Materialien entwickelt, die sich an den Bedürfnissen der Schule ausrichten und zugleich der Forderung nach aktuellem Unterricht (Astronomie, Physik, Naturwissenschaft und Technik, …) entsprechen. Die Aktualität wird dadurch erreicht, dass die Materialien aus Beiträgen der Zeitschrift »Sterne und Weltraum« heraus erwachsen.

    Die didaktischen Materialien beinhalten u. a. Elementarisierungen, Modelle, Aufgaben, Anregungen zu Experimenten, Beobachtungsvorschläge, die spezielle Rubrik „Astrobilder lesen lernen“, Verknüpfungen zu anderen Wissenschaften. Es werden praxiserprobte Arbeitsblätter, Folien, Bilder, Videoclips u. a. m. angeboten.

    Die Materialien sind via Internet über das vom Verlag Spektrum der Wissenschaft zur freien Verfügung gestellte WIS-Portal (Wissenschaft in die Schulen!) abrufbar unter: www.wissenschaft-schulen.de.

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