Bibliothek

in der Sternwarte

Bestandsgeschichte

Der Grundbestand der Institutsbibliothek (ca. 1200 Bände) stammt aus dem Privatbesitz des Astronomen und Gründers der Sonneberger Sternwarte Cuno Hoffmeister (1892 - 1968). Die Sternwarte erlangte internationale Anerkennung auf dem Forschungsgebiet der Veränderlichen Sterne. Hier wurden mehr als 11.000 Veränderliche Sterne entdeckt.

Neben der aktuellen Literatur wurden auch ältere Werke erworben, vorwiegend aus Nachlässen. 1942 gelangten die ca. 1000 Bände der astronomischen Bibliothek  des Herzogs Ernst von Sachsen-Altenburg (1871-1955), z. T. aus Familienbesitz und anderen Provenienzen (z.B. Sternwarten Belkawe bei Breslau und Bothkamp in Holstein), aus der Sternwarte Wolfersdorf bei Stadtroda (Schloß Fröhliche Wiederkunft) nach Sonneberg.

Bestandsbeschreibung

Der Gesamtbestand umfasst 18.000 Bde. Davon sind 1500 Bde historischer Bestand (einschließlich Kleinschrifttum wie Sonderdrucke u. ä.). Der Bestand verteilt sich auf die Fachgebiete Astronomie und Astrophysik, Physik, Mathematik, Meteorologie und angrenzende Gebiete. Für das 20. Jahrhundert ist die astrophysikalische Literatur auf dem Gebiet der Veränderlichen Sterne nahezu vollständig vorhanden (bis zum Beginn der Neunziger Jahre).

Die frühesten in der Bibliothek vorhandenen Schriften stammen von dem Mathematiker und Philosophen Christian Wolff, Tabulae Sinuum ... (Halle und Magdeburg 1728) und Auszug aus den Anfangs-Gründen aller Mathematischen Wissenschaften (Frankfurt und Leipzig 1755). Von der epochemachenden Introductio in analysin infinitorum (Lausanne 1748) des Mathematikers und Physikers Leonhard Euler (1707-1783) findet sich auch die deutsche Erstausgabe in der Bibliothek. Sie stammt aus dem Besitz des Physikers Georg Simon Ohm (1787-1854), der die Bände mit handschriftlichen Notizen versah. Wahrscheinlich gelangten sie über den Nachlass des Meininger Rechnungsrates und Astronomen Max Blum (1847-1917), der 1921/22 durch Vermittlung der Meininger Gebietsregierung von Cuno Hoffmeister erworben wurde, in den Bestand. Eulers Briefe über verschiedene Gegenstände der Naturlehre (Leipzig 1792-1794) sind ebenfalls vorhanden. Zu nennen sind auch die Cosmologischen Briefe über die Einrichtung des Weltbaus von Johann Heinrich Lambert (Augsburg 1761). Der 1776 in Paris erschienene, von M. F. Fortin bearbeitete Atlas céleste ist als die kleinere Ausgabe des großen, auf John Flamsteed (1646-1719) zurückgehenden Atlas coelestis (London 1727) der älteste von den zahlreich in der Sonneberger Sternwarte vorhandenen Himmelsatlanten.

Ein Exemplar des sogenannten " Nebelkataloges" (Catalogue of nebulae and clusters of stars) von John Frederick William Herschel (1792-1871), der 1864 als Sonderband der von der Royal Society of London herausgegebenen Philosophical Transactions erschien, wurde aus der Wolfersdorfer Sternwarten-Bibliothek übernommen (Vorbesitzerin war die heute nicht mehr existierende holsteinische Sternwarte Bothkamp). Ein zweites Exemplar entstammt dem Privatbesitz Cuno Hoffmeisters. Die ursprünglich von Friedrich Wilhelm Argelander (1799-1875) und Eduard Schönfeld (1828-1891) herausgegebene Bonner Durchmusterung des nördlichen Sternhimmels, bestehend aus Atlanten und Katalogen, ist in mehreren Ausgaben vorhanden, darunter auch die seltene erste von 1860. Dieses weit mehr als 100.000 Sterne erfassende Werk wurde von Cuno Hoffmeister mit größter Genauigkeit vollständig abgezeichnet. Die 104 Blätter (im Format 35 x 45 cm) zählen zu den Kostbarkeiten der Bibliothek.

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