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Wichtige Ereignisse aus Astronomie, Forschung und Raumfahrt
Start von STS-115 (Spaceshuttle Atlantis)
Mit dieser Shuttle-Mission wurde erstmals wieder seit STS-113 im November 2002 die Internationale Raumstation (ISS) weiter ausgebaut. Hauptnutzlast war der P3/P4-Träger mit den Solarmodulen 2A und 4A. Dieser Kollektor ist das zweite von vier geplanten Paneelen, die die Energie für die ISS liefern.
Bei drei Außenbordtätigkeiten wurde das Segment P3/P4 montiert. Zudem wurden 360 Kilogramm Ausrüstung und 470 Liter Wasser zur Station und 490 Kilogramm nicht mehr benötigter Teile (abgeschlossene Experimente, Ausrüstung, Müll) wieder zurück zur Erde gebracht.
starb Reinhard Alfred Furrer
1977 bewarb sich Furrer bei der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt, als diese einen Wissenschaftsastronauten für die erste Spacelab-Mission suchte. Bei der ersten Auswahl war er Ulf Merbold unterlegen, aber für die Auswahl der ersten deutschen Spacelab-Mission 1982 wurde er nominiert.
Am 30. Oktober 1985 startete er an Bord des Space Shuttles Challenger zur D1-Mission als Nutzlastspezialistzusammen mit Ernst Messerschmid und dem Niederländer Wubbo Ockels, sowie den fünf US-Amerikanern Henry Hartsfield, Steven Nagel, Bonnie Dunbar, James Buchli und Guion Bluford.
Furrer führte physikalische Experimente durch und untersuchte unter anderem die Auswirkungen der Schwerelosigkeit bei der Materialverarbeitung und auf den menschlichen Körper.
Nach seinem Raumflug wurde er 1987 Professor und Direktor des Instituts für Weltraumwissenschaften an der Freien Universität Berlin.
Vor und während der Mission nahm Furrer fortlaufend Kommentare auf einem kleinen Diktiergerät auf. In seinem Helm war ein Mikrofon eingebaut, so dass Aufzeichnungen auch während der Startphase möglich waren.
Dieses Material verarbeiteten Furrer und der Fernseh- und Hörfunk-Journalist Wolfgang Rathgeber zum Hörspiel „Wenn das, was von der Erde übrig geblieben ist, nur noch die Stimmen im Ohr sind - Reportage aus dem All“, das vom WDR und RIAS Berlin produziert und 1987 veröffentlicht wurde.
Furrer starb am 9. September 1995 bei einem Flugzeugabsturz während einer Show auf dem Flugplatz Johannisthal in Berlin, bei der er Ehrengast war. Nach Ende des offiziellen Programms nahm er an einem Rundflug mit einer historischen Messerschmitt Bf 108 teil. Aufgrund einer in zu geringer Höhe ausgeführten Kunstflugfigur (Rolle) stürzte die Maschine ab, Pilot Gerd Kahdemann und Reinhard Furrer waren sofort tot.
Start von SPARTAN 201-02
SPARTAN 201 wurde entwickelt, um die Entstehung des Sonnenwindes zu erforschen. Dazu war der Instrumententräger mit zwei Teleskopen ausgestattet, um die Korona der Sonne, den Entstehungsort dieses Elektronenstroms, zu beobachten: Der WLC-Koronograf (White Light Coronograph) und das UVCS-Spektrometer (Ultraviolet Coronal Spectrometer).
Am 13. September 1994 wurde SPARTAN 201 während der Mission STS-64 zum zweiten Mal ausgesetzt und zwei Tage später wieder an Bord der Discovery geholt.
SPARTAN (englisch Shuttle Pointed Autonomous Research Tool for Astronomy) ist eine Serie freifliegender Satelliten, die einen Instrumententräger zum Aufbau unterschiedlicher Experimente bieten.
Die Entwicklung von SPARTAN basiert auf der Idee, eine einfache und preisgünstige Plattform für verschiedene Experimente im Weltraum zu schaffen, die so nicht auf dem Space Shuttle durchgeführt werden können. SPARTAN wurde in der Ladebucht der Raumfähre in die Erdumlaufbahn transportiert, dort für zwei bis drei Tage ausgesetzt, wieder geborgen und zur Erde zurückgebracht. Insgesamt wurden sechs verschiedene Exemplare gebaut.
Start von STS-64 (Spaceshuttle Discovery)
Fünf wissenschaftlich-technische Untersuchungen standen im Mittelpunkt der Mission. So wurden Experimente zur Atmosphärenforschung, Astronomie, Materialforschung und Raumfahrttechnologie vorgenommen. Ergänzt wurde das Arbeitsprogramm durch Routineuntersuchungen und automatisch ablaufende Forschungen.
Shuttle Pointed Autonomous Research Tool for Astronomy (SPARTAN 201) ist ein Satellit, der am 5. Flugtag für 48 Stunden ausgesetzt wurde. Er trug 2 Messinstrumente zur Untersuchung des Sonnenwindes.
Das Robot Operated Materials Processing System (ROMPS) war das erste Robotersystem der USA im Weltraum. Der Roboter bestückte einen halogenlampenbeheizten Schmelzofen nacheinander mit 100 verschiedenen Halbleiterproben. Im Ofen selbst wurden die dünnen Halbleiterschichten zuerst aufgeschmolzen und danach kristallisiert.
Ein weiterer wichtiger Missionsbestandteil war der EVA der Astronauten Mark Charles Lee und Carl Joseph Meade am 16. September für 6 Stunden und 51 Minuten. Dabei testeten sie verschiedene technische Neuerungen, die das Arbeiten im freien Weltraum erleichtern sollen. Dazu gehört ein kleiner Monitor, der am Unterarm der Astronauten befestigt ist und als elektronische Checkliste fungiert. Spektakulärer war allerdings der Ersteinsatz eines kleinen Manövriergerätes für die Raumfahrer, mit dem sie sich innerhalb der Ladebucht schneller fortbewegen können. Außerdem können sie in Notfällen ihre Lage stabilisieren oder zum Raumschiff zurückkehren.
Die NASA verlängerte den Flug um einen Tag, damit der Satellit SPARTAN vor seinem Aussetzen hinreichend getestet werden konnte. Eine weitere Flugverlängerung wurde dann durch schlechtes Wetter am vorgesehenen Zielort verursacht. Die Discovery landete nach erfolgreichem Flug am 20. September in Kalifornien.
Start von Marssonde Viking 2
Viking 2 wurde am 9. September 1975 von Launch Complex 41 auf Cape Canaveral mit einer Titan 3E/Centau gestartet und erreichte ihre Umlaufbahn um den Mars am 7. August 1976. Die Landung erfolgte am 3. September 1976 in der Ebene Utopia Planitia. Der Kontakt zum Orbiter hielt bis zum 25. September 1978, zum Lander bis zum 11. April 1980. Der Lander wurde 2001 postum nach dem Gründer der NASA Academy in Gerald Soffen Memorial Station umbenannt.
Das Viking-Programm der NASA war ein Höhepunkt bei der Erforschung des Mars in den 1970er Jahren. Die zwei Raumsonden Viking 1 und 2 landeten am 20. Juli und 3. September 1976 erfolgreich und sandten erstmals detaillierte Bilder von der Oberfläche des roten Planeten.
Mit dem High Resolution Imaging Science Experiment (HiRISE) des Mars Reconnaissance Orbiter (MRO, Start 2005) konnte die NASA Fotos von den Landestellen der Viking-Sonden machen, auf denen man die Landemodule erkennen kann. Der Viking 1 Lander war dabei sechs Kilometer vom geplanten Landeort entfernt. Der Orbiter von Viking 1 wurde 10 Tage vor dem Abschalten 1980 in eine höhere Umlaufbahn gebracht, sodass ein Einschlag vor 2019 vermieden wird. Im Jahr 2014 befanden sich beide Orbiter noch auf der Umlaufbahn um den Mars.
wurde Lee Miller Emile Morin geboren
Von der New York University erhielt er 1981 eine Promotion in Medizin und 1982 eine in Mikrobiologie. 1988 erhielt er von der University of Alabama at Birmingham einen Master in Gesundheitswissenschaften.
1983 trat er in den aktiven Dienst der US-Marine ein. Er war zwei Jahre medizinischer Offizier auf dem U-Boot USS Henry M. Jackson, bevor er ab 1985 in Pensacola (Florida) zum Fliegerarzt ausgebildet wurde. Kurz nach seinem Ausscheiden wurde er wegen des zweiten Golfkriegs im August 1990 für einen Einsatz in Bahrain erneut eingezogen. Von 1992 bis 1996 arbeitete er wieder in Pensacola am Naval Aerospace and Operational Medical Institute (NAOMI).
Im April 1996 wurde Morin von der NASA als Astronautenanwärter ausgewählt und wurde anschließend im Lyndon B. Johnson Space Center zum Missionsspezialisten ausgebildet. Nach verschiedenen Aufgaben im Astronautenbüro übernahm er zwischendurch eine einjährige Tätigkeit beim US-Außenministerium. Gegenwärtig arbeitet er wieder im Astronautenbüro an der Entwicklung des Cockpits für das neue Raumschiff Orion.
Am 8. April 2002 flog Morin mit der Raumfähre Atlantis zur Internationalen Raumstation (ISS). Dabei wurden das Gitterstrukturelement S0 und ein Schienenwagen zur ISS gebracht. Der als „Mobile Transporter“ bezeichnete Schlitten nutzt das auf den Gitterelementen verlegte Schienensystem. Zusammen mit seinem Kollegen Jerry Ross führte Morin zwei der insgesamt vier Weltraumausstiege (EVA) dieser Mission durch.
Jupitermond Amalthea
Amalthea wurde am 9. September 1892 mit Hilfe eines 91-cm-Fernrohrs des Lick-Observatoriums auf dem Mount Hamilton (Kalifornien, USA) vom Astronomen Edward E. Barnard während einer systematischen Suche nach weiteren Jupitermonden entdeckt. Er war der fünftentdeckte Jupitermond nach der Erstbeobachtung der vier Galileischen Monde im Jahr 1610. Darüber hinaus war Amalthea der letzte Mond, der durch visuelle Teleskopbeobachtungen entdeckt wurde, somit gelangen alle weiteren Mondfunde anhand von analogen oder digitalen Bildaufzeichnungen.
Amalthea bewegt sich noch innerhalb der Umlaufbahn des innersten der 4 Galileischen Monde Io. Es ist ein kleiner, sehr unregelmäßig geformter Körper mit einer Ausdehnung von 270 km × 168 km × 150 km.
Amalthea hat eine sehr dunkle, tiefrot gefärbte Oberfläche mit einer Albedo von 0,09; das heißt, nur 9 % des einfallenden Sonnenlichts werden reflektiert. Die Rotfärbung ist möglicherweise auf Ablagerungen von Schwefel zurückzuführen, der vom Mond Io bei Vulkanausbrüchen in den Weltraum geschleudert wurde.
starb William Henry Smyth
Während der Napoleonischen Kriege diente Smith 1810–1821 bei der Royal Navy im Mittelmeer, wo er den Rang eines Admirals erreichte. Während eines Auftrags zur Bestimmung von schiffbaren Gewässern traf er 1817 den italienischen Astronomen Giuseppe Piazzi in Palermo und besuchte dessen Sternwarte. Dadurch wurde sein Interesse für die Astronomie erweckt.
So nahm er 1825 nahm Abschied von der Marine und gründete eine Privatsternwarte in Bedford, England die mit einem Fernrohr mit 15 cm Öffnungsweite von Tully ausgestattet war. Er beobachtete damit über zwei Jahrzehnte eine Vielzahl an Deep Sky Objekten, 1844 veröffentlichte er seine Beobachtungen unter dem Titel Cycle of Celestial Objects. Dies brachte ihm 1845 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society ein und zugleich den Vorsitz der Gesellschaft.
Der erste Band seiner Arbeit handelte über Astronomie allgemein, aber der zweite Band enthielt die Entdeckungen von 1.604 neuen Doppelsternen und Nebeln und wurde als Bedford Catalogue bekannt; er diente in Fachkreisen als Standardwerk für die folgenden Jahre. Kein Beobachter vor ihm hatte einen so ausführlichen Katalog lichtschwacher Objekte erstellt.
Das Mondmeer Mare Smythii, eines der kleineren Maria, das sich aber durch eine Schwereanomalie auszeichnet, wurde nach ihm benannt. Ebenso erhielt in der Antarktis das Kap Smyth von Sturge Island seinen Namen.
wurde William Cranch Bond geboren
Bond war hauptsächlich Autodidakt und Uhrmacher in Boston. 1812 wurde er ein passionierter Amateurastronom. 1815 reiste er nach Europa um Observatorien zu studieren, da er ein mögliches Observatorium in Harvard plante.
1839 wurde diese Sternwarte, das Harvard-College-Observatorium, gegründet und Bond wurde ihr erster Direktor. 1847 erhielt das Observatorium ein Fernrohr mit 42,5 cm Öffnungsweite, der für die nächsten zwanzig Jahre das größte Fernrohr der Welt darstellte. Damit untersuchte Bond intensiv Sonnenflecken, den Orionnebel und den Saturn. Zusammen mit seinem Sohn George Phillips Bond, entdeckte er im Jahre 1848 - unabhängig zur gleichen Zeit wie der Engländer William Lassell - den Mond Hyperion.
Bond war ein Pionier der Astrofotografie. Gemeinsam mit John Adams Whipple fertigte er 1850 die erste Daguerreotype eines Sterns an, der Wega. Bond und Whipple erstellten darüber hinaus detaillierte Fotografien des Erdmondes.
Nach William Cranch Bond ist der Mondkrater W. Bond benannt, der Asteroid (767) Bondia nach ihm und seinem Sohn George Phillips Bond. Auf dem Saturnmond Hyperion wurde ein Bergrücken nach ihm benannt.