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Wichtige Ereignisse aus Astronomie, Forschung und Raumfahrt
Start von Shenzhou 15
Shenzhou 15 war die vierte bemannte Mission des Büros für bemannte Raumfahrt zur Chinesischen Raumstation. Während dieser Mission wurde die Bauphase der Chinesischen Raumstation abgeschlossen; am 24. Februar 2023 begann offiziell die Nutzungs- und Erweiterungsphase.
Der Start der dreiköpfigen Besatzung (Fei Junlong als Kommandant, Deng Qingming und Zhang Lu) mit einer Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2F/G vom Kosmodrom Jiuquan erfolgte am 29. November 2022, die Rückkehr am 3. Juni 2023. Mit 186 Tagen im All war dies die bis dahin längste Mission des Büros für bemannte Raumfahrt.
Schimpanse Enos startet ins All
Im Rahmen der Mission Mercury-Atlas 5 wird mit dem Schimpansen Enos an Bord ein Orbitalflug der NASA mit einer Atlas-Rakete gestartet. Nach zweimaliger Umkreisung der Erde wassert die Mercury-Kapsel mitsamt Tier erfolgreich. Enos war bei guter Gesundheit.
Enos' Name kommt aus dem hebräischen und bedeutet Mensch. Enos selbst stammt aus Kamerun und wurde am 3. April 1960 von der US Air Force erworben. Zum Zeitpunkt des Startes wog er 17 kg und war fünf Jahre alt.
wurde Kenneth Donald Cameron geboren
Kenneth Cameron erhielt 1978 einen Bachelor und 1979 einen Master in Luft- und Raumfahrttechnik vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Im Jahr 2002 erwarb er einen Master in Betriebswirtschaftslehre an der Michigan State University.
Im Mai 1984 wurde Cameron von der NASA als Astronautenkandidat ausgewählt. Nach seiner Ausbildung zum Shuttlepiloten war er an der Entwicklung einer Tethered-Satellite-Nutzlast beteiligt. Er arbeitete auch im Shuttle Avionics Integration Laboratory (SAIL), er half bei Shuttle-Starts am Kennedy Space Center und war Verbindungssprecher (CAPCOM) bei den Missionen STS-28, 29, 30, 33 und 34.
1994 kam er als Director of Operations der NASA nach Moskau, wo er am Aufbau von Ausbildungsmöglichkeiten für Astronauten im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum mitwirkte. Er wurde in die russische Raumschifftechnik wie dem Sojus-Raumschiff und der Mir-Raumstation eingewiesen.
Seinen ersten Weltraumflug unternahm Cameron am 5. April 1991 als Pilot der Raumfähre Atlantis. Bei dieser Mission (STS-37) wurde das Gammastrahlenobservatorium CGRO ins Weltall gebracht.
Am 8. April 1993 startete Cameron als Kommandant der Raumfähre Discovery zu seinem zweiten Flug ins All. Die neuntägige Mission mit der Bezeichnung ATLAS-2 (Atmospheric Laboratory for Applications and Science) erforschte die Zusammenhänge im Wechselspiel zwischen Sonne und Erdatmosphäre. Mit Hilfe des Roboterarms des Shuttles wurde ein SPARTAN-Satellit, der die Sonnenkorona untersuchte, ausgesetzt und wieder eingefangen.
Bei seinen dritten Flug kommandierte er im November 1995 die Raumfähre Atlantis bei ihrem Flug ins All. Dabei wurde das in Russland entwickelte und gebaute Kopplungsmodul SDM zur Raumstation Mir gebracht. Ziel der Mission war es, die Raumstation mit Versorgungsgütern zu beliefern.
starb John Tebbutt
Er verbrachte sein gesamtes Leben in Windsor (New South Wales), wo er sich im Jahr 1863 ein kleines Observatorium einrichtete. Im Jahr zuvor hatte er die Stelle als Government Astronomer in Sydney abgelehnt. Tebbutt, der fast 400 Fachartikel schrieb, blieb zeitlebens Amateurastronom.
Die wohl bedeutendste Beobachtung seiner Laufbahn machte er am 13.05.1861, als er in der Abenddämmerung ein schwaches diffuses Objekt im Sternbild Eridanus entdeckte. Tebbutt ahnte wohl kaum, dass er gerade einen Jahrtausend-Kometen gefunden hatte.
Der Komet war den ganzen Sommer 1861 mit dem bloßen Auge sichtbar. Wegen seiner außerordentlichen Helligkeit und des erdnahen, extrem breiten Schweifes zählt er zu den spektakulärsten unter den Großen Kometen der Astronomiegeschichte.
Nach John Tebbutt ist der Mondkrater Tebbutt benannt worden und auch die 100-Dollar-Note von Australien zeigte sein Bildnis. Der Asteroid Tebbutt trägt seit dem 13. Oktober 2000 seinen Namen.
starb Mary Somerville
Als Kind erhielt Mary Somerville bis auf ein Jahr im Internat keinerlei formale Bildung. Nach dem Verlassen des Internats brachte sie sich heimlich Algebra und Euklidische Geometrie bei, später beschäftigte sie sich mit Isaac Newtons Principia und Pierre-Simon Laplaces Mécanique céleste und avancierte zu einer der berühmtesten Autodidaktinnen ihrer Zeit.
Mit ihrem Wissen in Mathematik und Astronomie gewann sie die Anerkennung führender Wissenschaftler in Europa, noch bevor sie selbst allgemeine Berühmtheit erlangte. So sagte ihr Laplace, dass sie die einzige Frau sei, die seine Werke verstehe. 1831 publizierte Mary Somerville als Auftragsarbeit für die Society for the Diffusion of Useful Knowledge eine Übersetzung der "Mécanique céleste" von Laplace unter dem Titel "The Mechanism of the Heavens" in allgemeinverständlicher Sprache und Form, was ihr sofortige Berühmtheit einbrachte.
1835 wurden sie und Caroline Herschel als die ersten beiden Frauen in die Royal Astronomical Society aufgenommen. 1869 wurde ihr die Patron’s Medal der Royal Geographical Society (die erst ab 1913 Frauen als Mitglieder aufnahm) verliehen, und sie wurde in die American Philosophical Society aufgenommen.
Auch Alexander von Humboldt korrespondierte mit Somerville und zitierte sie als eine der wenigen weiblichen Wissenschaftlerinnen in seinem Hauptwerk "Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung".
Nach Mary Somerville benannt sind der Asteroid (5771) Somerville und ein Mondkrater.
wurde Christian Andreas Doppler geboren
In seiner Zeit als Professor publizierte er in Prag mehr als 50 wissenschaftliche Arbeiten über Physik, Mathematik und Astronomie. Sein Hauptwerk, "Über das farbige Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels", verlas er am 25. Mai 1842 vor der Königlich Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Seine Hypothese, Farbunterschiede von Doppelsternen beruhten auf der Entfernungsänderung während der Lichtaussendung, war schon nach dem damaligen Kenntnisstand der Astronomen unhaltbar – dazu ist die Sternbewegung viel zu langsam. Sein Bemühen um Anerkennung führte aber zum baldigen experimentellen Nachweis des akustischen, nach ihm Doppler-Effekt benannten Phänomens – die ersten Dampflokomotiven waren dafür gerade schnell genug –, sodass sein Name mit dem Effekt verbunden blieb.
Der am 28. August 1984 entdeckte Asteroid (3905) Doppler wurde 1996 nach ihm benannt. Auf der Rückseite des Mondes ist ein Krater nach Doppler benannt.
C/1743 X1 - Entdeckung des hellsten Kometen im 18. Jahrhundert
Die Entdeckung des weitaus hellsten Schweifsterns des 18. Jahrhunderts wird im Allgemeinen dem niederländischen Amateurastronomen Dirk Klinkenberg (1709-1799) zugeschrieben, der ihn am 09.12.1743 fand. Doch bereits 10 Tage vorher hatte ihn sein Landsmann Jan de Munck, auch er ein Amateur, gesehen.
Am 26. Februar 1744 konnten Gianpaolo Guglienzi und Jean-François Séguier in Verona den Kometen noch abends kurz vor Sonnenuntergang sehen, am 28. Februar bereits wenige Minuten vor Sonnenaufgang am Morgen. Zu Mittag dieses Tages sahen sie ihn sowohl mit Fernrohren als auch mit bloßem Auge 12° neben der Sonne am hellen Himmel. Dies war die erste teleskopische Tagbeobachtung eines Kometen. Auch James Bradley sah ihn an diesem Mittag von Oxford. Der Komet war fast 5 Monate mit bloßem Auge sichtbar. Sein Schweif hatte bis zu 90° Länge.
Auf die Zeitgenossen muss die gewaltige Himmelserscheinung einen tiefen Eindruck gemacht haben, wovon eine Flut von Schriften zeugt, die z.T. noch dem bereits weitgehend überkommenen Aberglauben anhingen. Unter den Beobachtern war auch der 13jährige Charles Messier, den dieses Erlebnis veranlasste, sein Leben den Kometen zu widmen.