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Wichtige Ereignisse aus Astronomie, Forschung und Raumfahrt
Missionsende von Sojus MS-26
Sojus MS-26 startete wie geplant am 11. September 2024 vom Kosmodrom Baikonur, Startplatz 31/6 Richtung ISS, an welcher sich das Raumschiff am selben Tag nach ca. drei Stunden um 19:32 UTC ankoppelte.
Beim Andocken von Sojus MS-26 lief auf der ISS die ISS-Expedition 71, Kommandant der ISS war zu dieser Zeit Oleg Kononenko (Russland/Roskosmos).
Alle drei Raumfahrer verbrachten etwa sieben Monate an Bord der Internationalen Raumstation, bevor sie mit Sojus MS-26 wieder zur Erde zurückkehrten. Die Abkopplung erfolgte am 19. und die Landung am 20. April 2025.
Zum Zeitpunkt der Überschreitung der Kármán-Linie gab es einen neuen Rekord an 19 Personen im Erdorbit, nämlich die drei Personen von Sojus-MS 26, drei chinesische Taikonauten, vier Astronauten der kommerziellen Mission Polaris Dawn sowie neun Raumfahrer auf der ISS.
Start von Sojus MS-04
Die Mission brachte zwei Besatzungsmitglieder der ISS-Expeditionen 51 und 52 zur Internationalen Raumstation. Ursprünglich sollte diese Crew mit Sojus MS-05 fliegen. Allerdings entschied Roskosmos, die Mission der Crew mit Ausnahme Paolo Nespolis vorzuverlegen, um so Einsparungen im ISS-Betrieb zu erreichen.
Sojus MS-04 koppelte planmäßig im „Expressmodus“, d. h. nach vier Erdumläufen am russischen ISS-Modul Poisk an.
Das Abdocken erfolgte am 2. September 2017 um 21:58 UTC, damit begann auf der Station die ISS-Expedition 53 mit Randolph Bresnik als Kommandant. Die Landung erfolgte einen Tag später um 01:21 UTC 148 km südöstlich von Scheskasgan in der kasachischen Steppe.
Missionsende von STS-131 (Spaceshuttle Discovery)
Bei der Mission STS-131 (ISS-19A) wurden das Logistikmodul Leonardo sowie der LMC-Träger genutzt, um Fracht zur ISS zu bringen. Darunter befand sich unter anderem ein Ammoniaktank, der mit STS-128 zur Erde zurückgeholt und nun wiederbefüllt zur Station zurückgebracht wurde. Im Rahmen von drei Weltraumausstiegen wurden der Austausch des Tanks sowie verschiedene Wartungsarbeiten an der Station durchgeführt.
Am sechsten Flugtag wurde bekanntgegeben, dass die Mission um einen Tag verlängert wird. Dadurch war genug Zeit vorhanden, um eine Untersuchung der Hitzeschutzkacheln vorzunehmen und die Daten zur Erde zu übertragen, während das Shuttle noch an der ISS angedockt war.
starb Philip C. Keenan
Philip C. Keenan erhielt in den Jahren 1929 und 1930 seine Bachelor- und Master-Abschlüsse an der University of Arizona. Er wechselte anschließend an die University of Chicago und wurde dort 1932 unter Otto von Struve und Christian T. Elvey (1899–1970) mit der Arbeit "An Astrophysical Study of the Solar Chromosphere" promoviert. Er unterrichtete dort bis 1942 und trat dann dem Navy Bureau of Ordnance bei.
1946 wurde er Assistenzprofessor an der Ohio State University in Columbus und Mitarbeiter am Perkins-Observatorium der Ohio State und Ohio Wesleyan University. Er blieb dort bis zu seinem Ruhestand 1976, war dort darüber hinaus weitere 24 Jahre als Emeritus und bis zu seinem Tode wissenschaftlich aktiv.
Das in den Jahren von 1939 bis 1943 von William Wilson Morgan und Keenan entwickelte und nach ihnen benannte MK-System ist noch heute das gebräuchlichste System in der Spektralklassifikation. Des Weiteren befasste sich Keenan besonders mit Sternentwicklung und kühleren Sternen mit komplexen Spektren.
Am 5. Juli 2001 wurde der Asteroid (10030) Philkeenan nach ihm benannt.
Missionsende von STS-59 (Spaceshuttle Endeavour)
Bei ihrem sechsten Flug brachte die Endeavour das Space Radar Laboratory 1 in eine Umlaufbahn. Es war in der Nutzlastbucht des Shuttle untergebracht, die es fast vollständig füllte. Drei Radargeräte und ein weiterer Messkomplex gehörten zur wissenschaftlichen Ausrüstung.
Ziele der Mission waren die Anfertigung neuer Karten, die Suche nach Bodenschätzen und vor allem ökologische Erkenntnisse über rund 4000 verschiedene Gebiete. Diese reichten von den schneebedeckten Hängen der Ötztaler Alpen über das amerikanische Mammutgebirge, die bolivianischen Anden und die Bermuda-Inseln bis zu russischen Wäldern, Wüsten der Sahelzone und australischem Busch.
Untersucht wurden die verschiedensten Formationen: Gebirgsregionen, Meeresgebiete, Urwälder, Wüsten, Großstädte, landwirtschaftliche Nutzgebiete, Industrieregionen und Vulkane. Insgesamt wurden 12 % der Erdoberfläche erfasst, darunter ein Viertel der gesamten Landmasse unseres Planeten.
Während des gesamten Fluges wurde mit dem Messkomplex MAPS (Measurement of Air Pollution from Space) die Kohlenmonoxidkonzentration in der unteren Atmosphäre (Troposphäre) ermittelt. Diese Daten sollen Rückschlüsse darauf geben, wie der natürliche Abbau von Treibhausgasen abläuft.
An Bord der Raumfähre befanden sich Getaway-Special-Experimente im Frachtraum. Diese wurden von ausgewählten Schülern und Studenten in St. Louis entwickelt und die Ergebnisse nach Vollendung der Mission zurück an diese gesendet.
Start von Sojus T-8
Die geplante Kopplung mit dem Orbitalkomplex Saljut 7/Kosmos 1443 misslang, da es Probleme mit dem automatischen Dockingsystem gab.
Es war die erste misslungene Kopplung an eine Raumstation seit 1979 (Sojus 33). Als die Nutzlastverkleidung abgesprengt wurde, fiel auch der Ausleger mit der Antenne für das automatische Kopplungssystem „Igla“ ab. Die Besatzung glaubte, dass dieser immer noch am Raumschiff und nur nicht richtig ausgefahren war. Deshalb versuchten sie durch ruckartige Bewegungen des Raumschiffes den Ausleger in seine Position zu bringen. Dazu benutzten sie die Lageregelungstriebwerke. Die fehlgeschlagenen Kopplungsversuche verbrauchten viel Treibstoff.
Um sicherzustellen, dass genug Treibstoff für den Wiedereintritt vorhanden ist, schalteten die Kosmonauten die Lageregelung aus und versetzten das Raumschiff in einen drallstabilisierten Flugmodus wie bei den ersten Sojusmissionen in den frühen 1970er Jahren. Die Landung erfolgte normal.
Ankunft am Ziel: Apollo 16
Apollo 16 war die vorletzte Mission innerhalb des amerikanischen Apollo-Programms. Die Besatzung setzte sich aus den Astronauten Ken Mattingly, John Young und Charles Duke zusammen.
Der Start erfolgte am 16. April 1972, 17:54 Uhr UTC vom Kennedy Space Center in Florida. Drei Tage nach dem Start fiel das Navigationssystem aus. Die Positionsbestimmung musste daher ohne technisches Gerät, nur mit Hilfe eines klassischen Sextanten erfolgen. Zudem fiel, kurz nachdem die Mondlandefähre "Orion" sich von dem Kommandomodul "Casper" in der Mondumlaufbahn getrennt hatte, der Schwenkantrieb des Haupttriebwerks der Apollo teilweise aus. Die Bodenkontrolle stellte nach Simulationen fest, dass die redundanten Systeme noch arbeiteten, so dass die Mission wie geplant fortgesetzt werden konnte.
Der Landeplatz von Apollo 16 lag im lunaren Hochland, einer bis dahin unerforschten Mondregion. Die Mondlandung und das vorrangige Ziel der erweiterten wissenschaftlichen Erforschung wurde erfolgreich abgeschlossen. So konnte bewiesen werden, dass die Hochländer, die aus der Frühzeit der Mondentstehung stammen, hauptsächlich durch Meteoriteneinschläge geformt wurden. Dadurch konnte die damals vorherrschende Theorie, dass diese vor allem durch Vulkanismus entstanden sind, widerlegt werden.
Ankunft am Ziel: Mondsonde Surveyor 3
Surveyor 3 war nach Surveyor 1 die zweite US-amerikanische Sonde, die weich auf dem Mond landete und von dort Bilder und Daten zur Erde übermittelte.
Surveyor 3 startete am 17. April 1967. Drei Tage später landete die Sonde erfolgreich im Oceanus Procellarum und blieb bis zum 4. Mai 1967 aktiv. Sie übermittelte 6.300 Bilder und führte ein Bohrexperiment aus.
Während der Mondlandung von Apollo 12 im November 1969 wurde Surveyor 3 als Anflugziel ausgewählt. Teile der Sonde, insbesondere ihre Kamera, wurden von den Astronauten Charles Conrad und Alan Bean demontiert und zurück auf die Erde gebracht. Bei der anschließenden Untersuchung der Teile konnte der Mikrobiologe Frederick Mitchell feststellen, dass sich in der Isolierung der Kamera getrocknete Bakterien (Streptococcus mitis) befanden. Es gab Vermutungen, dass sie von einem erkälteten Monteur der Sonde dort hinterlassen wurden. Die Bakterien konnten im Brutschrank wieder keimen und galten als Hinweis für mögliche Überlebensfähigkeit im Weltraum (siehe Panspermie). Die Kamera befindet sich heute im National Air and Space Museum.
wurde Donald Pettit geboren
Pettit sagt, das Wort Entdecker würde ihn am besten beschreiben. Seit er sich erinnern könne, sei er vom Weltraum fasziniert.
Seinen ersten Einsatz als Astronaut erhielt Pettit im März 2001, als er zum Ersatzmann für seinen Kollegen Donald Thomas benannt wurde. Er startete am 24. November 2002 mit STS-113 zur ISS. Zusammen mit seinem Kommandanten Ken Bowersox und dem russischen Bordingenieur Nikolai Budarin lebte und arbeitete Pettit bis Anfang Mai 2003 an Bord der Raumstation. Als Wissenschaftsoffizier war er hauptverantwortlich für die verschiedenen Experimente.
Pettit erhielt im November 2007 die Zusage für seinen zweiten Flug. Der Start von STS-126 erfolgte am 15. November 2008. Während der Mission erfand Pettit eine Kaffeetasse, die durch ihre spezielle Form ein Trinken in der Schwerelosigkeit ohne Strohhalm ermöglicht (englisch zero-g coffee cup, von zero-g für Schwerelosigkeit).
Im Oktober 2009 wurde Pettit für einen Langzeitaufenthalt an Bord der ISS nominiert. Er arbeitete als Bordingenieur der Expeditionen 30 und 31 von Dezember 2011 bis Anfang Juli 2012 an Bord der ISS.
2004 wurde der Asteroid (78578) Donpettit nach ihm benannt.
wurde Gregory Hammond Olsen geboren
Nach dem Abschluss des Physikstudiums promovierte er 1971 an der University of Virginia im Bereich Materialwissenschaften.
Danach ging Olsen nach Südafrika und unterrichtete an der University of Port Elizabeth für ein Jahr Physik. 1972 kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und gehörte die folgenden elf Jahre dem wissenschaftlichen Stab der RCA Laboratories in New Jersey an. Dort forschte er hauptsächlich an Lichtdetektoren und Laserdioden. Zusammen mit Wladimir Ban, dem Leiter der RCA Laboratories, machte sich Olsen 1984 selbständig und gründete die Firma EPITAXX. Nur sechs Jahre später verkauften sie das Unternehmen zur Herstellung von Glasfaserkabeln für zwölf Millionen US-Dollar.
Olsen flog mit der ISS-Expedition 12 an Bord von Sojus TMA-7 am 1. Oktober 2005 zur Raumstation und kehrte am 11. Oktober mit Sojus TMA-6 und der ausgetauschten ISS-Expedition 11 zur Erde zurück. Er verbrachte insgesamt neun Tage und 21 Stunden im Weltraum und führte an Bord der ISS astronomische und Fernerkundungsexperimente durch. Für seine Reise zahlte er rund 20 Millionen Dollar (16,6 Millionen Euro).
wurde Albrecht Otto Johannes Unsöld geboren
Schon früh begann Unsöld, quantenphysikalische Methoden auf die Untersuchung von Sternatmosphären anzuwenden. Er gewann die ersten detaillierten Analysen von Sternatmosphären und ihrer Elementhäufigkeiten und beschrieb Entstehung und Verbreiterung von Linien in den Spektren der Sonne und anderer Sterne. Unsölds Analyse des Spektrums des B0-Sterns Tau Scorpii, aufgenommen 1939 bei einem Besuch der Yerkes und McDonald Observatorien, lieferte die erste detaillierte Analyse eines Sterns außer der Sonne. Unsöld und seine Kieler Schule erarbeiteten wesentliche Grundlagen der Bestimmung der physikalischen Bedingungen in Sternatmosphären.
Neben seinem einflussreichen Werk über die Physik der Sternatmosphären und dem Standardlehrbuch der Astronomie Der neue Kosmos, gab er die Zeitschrift für Astrophysik heraus, bis sie mit anderen europäischen Zeitschriften in die Astronomy and Astrophysics verschmolz.
1988 wird er der Namensgeber für den Asteroiden (2842) Unsöld.
wurde Vincenzo Cerulli geboren
Cerulli betrieb in Teramo eine Privatsternwarte, an der er im Jahre 1910 den Asteroiden (704) Interamnia entdeckte, der mit einem Durchmesser von 316 km einer der größten Asteroiden des Hauptgürtels ist.
Cerulli beobachtete den Planeten Mars und kam zu dem Schluss, dass die von vielen Astronomen beobachteten Marskanäle nicht real sind, sondern auf einer optischen Täuschung beruhen. Dies sollte sich später bewahrheiten.
Zusammen mit Elia Millosevich stellte er einen Sternkatalog zusammen. Zu Cerullis Ehren wurde ein Marskrater und 2009 der Asteroid (31028) Cerulli nach ihm benannt.
wurde Kurd Laßwitz geboren
1884 erfolgte die Ernennung zum Gymnasialprofessor und 1909 zum Hofrat. Letzteres verdankt er besonders seinem Wirken in der bildungsbürgerlichen „Mittwochsgesellschaft zu Gotha“, die mit populären Vorträgen aus dem Bereich von Naturwissenschaft, Literatur und Philosophie zur Volksbildung beitrug. Die Mittwochsgesellschaft war 1884 gegründet worden, was wesentlich auf der Initiative von Laßwitz selbst basierte. Im Jahr 1884 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.
Laßwitz gilt als einer der Väter der modernen Science-Fiction. Er schrieb Bücher über Physik, Erkenntnistheorie sowie Immanuel Kant und bearbeitete eine kritische Ausgabe von Gustav Theodor Fechner, dem Begründer der Psychophysik. Anders als Jules Verne und stärker als Herbert George Wells verwendete Kurd Laßwitz Science-Fiction vor allem für belehrende und kritisierende Zwecke. Seine Zukunftsentwürfe sind mutiger als die Werke seiner beiden Kollegen und Zeitgenossen, weil sie weiter in die Zukunft reichen. Daher stößt er nach eigener Aussage immer wieder an die Grenzen „des mit heutigen Begriffen Erklärbaren“.
Sein Roman Auf zwei Planeten (1897) mit seinen über tausend Seiten gehört zu den wichtigsten deutschen Science-Fiction-Romanen. Er wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrmals neu aufgelegt.
Ein Kollege von Laßwitz war der später weltweit bekannte und geschätzte Geophysiker und Pionier der internationalen Sprache Esperanto in Deutschland Adolf Schmidt. Für Laßwitz war das wissenschaftliche und gesellschaftliche Engagement Schmidts so inspirierend, dass eine der Hauptfiguren in seinem Roman „Auf zwei Planeten“ – nämlich der Wissenschaftler Karl Grunthe, der im Roman das Kant’sche Ideal der freien mündigen Persönlichkeit verkörpert, nach dem Vorbild Schmidts gestaltet war.
Ein besonderes Verdienst von Laßwitz ist die erstmalige Verwendung des Begriffs Fernschule in seinem kurzen Aufsatz „Die Fernschule“ aus dem Jahr 1899. Damit nutzt Laßwitz als erster die bis heute gängige Bezeichnung für Unternehmen des Fernunterrichts.
Am 15. Mai 1977 entdeckte Hans-Emil Schuster an der Europäischen Südsternwarte einen Asteroiden des inneren Hauptgürtels. Die Benennung erfolgte am 7. April 2005 als (46514) Lasswitz.
starb John Goodricke
Goodricke ertaubte in jungen Jahren infolge einer Kinderkrankheit. Als 18-Jähriger fand er heraus, dass der Stern Algol seine Helligkeit in festem Rhythmus veränderte und schloss daraus auf einen Planeten, der Algol umkreiste. Spektroskopische Untersuchungen ein Jahrhundert später ergaben allerdings, dass Algol ein Doppelsternsystem mit einem dunkleren und einem helleren Stern ist. Für seine Entdeckung wurde Goodricke ein Jahr später mit der Godfrey-Copley-Medaille der Royal Society geehrt.
Goodricke bestimmte auch die Periodendauer der Helligkeitsschwankung des veränderlichen Sterns Delta Cephei mit 5 Tagen, 8 Stunden und 45 Minuten. Seine Berechnung erwies sich später als bis auf 2 Minuten genau. Als weitere Veränderlichkeit berechnete er die Lichtwechsel bei Sheliak in der Leier (? Lyrae) erstaunlich präzis.
Bei der Beobachtung des Delta Cephei (eines pulsierenden Sterns) zog Goodricke sich eine Lungenentzündung zu, an der er 1786, noch nicht einmal 22-jährig, verstarb.