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Wichtige Ereignisse aus Astronomie, Forschung und Raumfahrt
starb Rudolf Pressberger
1972 trat er als technischer Angestellter am Institut für Astronomie der Universität Wien in den österreichischen Bundesdienst ein. 1984 wurde er mit der technischen Betriebsleitung des Leopold-Figl-Observatoriums betraut.
Pressberger war auch der Konstrukteur der sogenannten „Österreich neu“ Gabelmontierung, welche in zahlreichen Sternwarten in Österreich (z. B. Kepler Sternwarte Linz) im Einsatz ist.
Die Benennung des Kleinplaneten (13682) Pressberger erfolgte zu seinen Ehren.
Totale Sonnenfinsternis in Deutschland
Am 11. August 1999 fand eine totale Sonnenfinsternis über Mitteleuropa statt.
Im deutschsprachigen Raum bewegte sich der Kernschatten um die Mittagszeit über die Großstädte Saarbrücken, Kaiserslautern, Karlsruhe, Pforzheim, Heilbronn, Stuttgart, Reutlingen, Ulm, Augsburg, Ingolstadt, München, Salzburg und, am äußersten nördlichen und südlichen Rand der Totalitätszone, Linz und Graz. In weiten Teilen dieses Gebietes bestand zur jeweiligen Totalitätszeit relativ dichte Bewölkung, sodass dort eine Beobachtung der eigentlichen Verdeckung für viele als schwer möglich bis unmöglich erschien.
Die nächste totale Sonnenfinsternis, bei der der Kernschatten über Deutschland, Österreich und die Schweiz hinwegzieht, wird am 3. September 2081 stattfinden.
Missionsende von STS-43 (Spaceshuttle Atlantis
Der Start fand am 2. August 1991 statt. Ursprünglich war er für den 23. Juli geplant, wurde aber zunächst auf den nächsten Tag verschoben, um Zeit für den Austausch einer falsch montierten Elektronik zu haben, die den Abwurf der beiden Feststoffraketen kontrolliert.
Nach dem erfolgreichen Katapultstart des NASA-eigenen Datenübertragungssatelliten TDRS-E sechs Stunden nach dem Start standen medizinische Untersuchungen zur Raumfahrerkrankheit im Mittelpunkt der Untersuchungen. Dazu wurde ein Unterdruck-Anzug eingesetzt, der Blut in die unteren Extremitäten ziehen und damit einem Blutstau im Kopf entgegenwirken soll.
Während der Tests im Orbit zur Vorbereitung der Landung fiel die Kühlung der APU Nr. 2 aus. Das Problem konnte aber noch im Orbit behoben werden. Die APU 2 ist eine von drei redundant ausgelegten Systemen zur Versorgung des Hydrauliksystems für die Steuerung des Orbiters beim Wiedereintritt und der Landung.
Die Atlantis landete am 11. August auf der Shuttle Landing Facility, Runway 15, im Kennedy Space Center (KSC).
Start von Wostok 3
Wostok 3 startete am 11. August 1962 um 11:30 Uhr Moskauer Zeit vom Raketenstartplatz Baikonur und erreichte nach wenigen Minuten die Erdumlaufbahn mit 166 km Perigäum und 218 km Apogäum bei einer Inklination von 65 Grad. Nach knapp 24 Stunden folgte Wostok 4 mit Pawel Popowitsch an Bord. Das war das erste Mal, dass sich zwei Raumfahrer gleichzeitig im All aufhielten.
Die Bahnen waren sorgfältig berechnet worden, so dass sich die beiden Raumschiffe bis auf 6 km näherten. Die Annäherung erfolgte also nicht durch aktive Steuerung der Raumschiffe, so dass nicht unbedingt von einem Rendezvous gesprochen werden kann. Die Entfernung zwischen den beiden Wostok-Raumschiffen nahm dementsprechend rasch wieder zu. Nikolajew und Popowitsch standen aber wohl während des gesamten Fluges in direktem Funkkontakt miteinander.
Wostok 3 absolvierte 64 Erdumkreisungen. Die Landung erfolgte am 15. August 1962 um 09:52 Uhr Moskauer Zeit in Kasachstan. Wie bei den Wostokflügen üblich benutzte Nikolajew den Schleudersitz und landete am eigenen Fallschirm. Wostok 4 landete zur selben Zeit etwa 290 km entfernt
wurde Frederick Wilford Sturckow geboren
Nur ein halbes Jahr nach Beendigung des einjährigen Basistrainings erhielt Sturckow seinen ersten Flugauftrag. Als Pilot gehörte er zur Besatzung von STS-88, dem ersten Flug zum Aufbau der Internationalen Raumstation (ISS). Die Raumfähre Endeavour brachte im Dezember 1998 mit Unity den ersten Verbindungsknoten der Station in den Orbit.
Im August 2001 unternahm Sturckow seinen zweiten Raumflug, auf den er sich knapp ein Jahr lang vorbereitet hatte. Wieder fungierte er als Stellvertreter des Kommandanten und wieder war das Ziel die ISS.
Sein erstes Kommando erhielt Sturckow im August 2002, als ihm die Leitung von STS-117 übertragen wurde. Wegen des Columbia-Unglücks im Februar 2003 musste die Flugplanung des Shuttle-Programms umgestellt und Sturckows dritter Flug um mehrere Jahre verschoben werden. STS-117 wurde schließlich im Juni 2007 durchgeführt. Die Atlantis brachte das S3/S4-Element zur ISS.
Zu seinem vierten Raumflug startete Sturckow am 29. August 2009. Als Kommandant der Mission STS-128 flog er die Raumfähre Discovery zur Internationalen Raumstation. Dadurch wurde er der erste Mensch mit vier Aufenthalten auf der ISS. Die Landung erfolgte am 12. September 2009.
wurde George Francis Rayner Ellis geboren
Ellis studierte an der Universität Kapstadt und wurde an der Universität Cambridge promoviert. Er war dort Lecturer (Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics, DAMPT) und später Professor in Kapstadt.
Ellis war unter anderem Gastprofessor an der Universität Texas, der University of Chicago, der Boston University, der University of Alberta, der Universität London (Queen Mary College) und der Universität Hamburg. Außerdem war er Professor an der International School for Advanced Studies (SISSA) in Triest.
Neben seinen über 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen über Kosmologie und Relativitätstheorie ist Ellis (zusammen mit Stephen Hawking) der Co-Autor des Standardwerks The Large scale Structure of Space Time. Er gilt als einer der international führenden Kosmologen.
wurde Eva Ahnert-Rohlfs geboren
Assistentin Cuno Hoffmeisters an der Sternwarte Sonneberg.
Eva Rohlfs wuchs in der ehemals thüringischen Residenzstadt Coburg auf. 1945 ging sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Sternwarte Sonneberg, von wo aus nicht nur der Sternenhimmel, sondern auch die nur 25 Kilometer entfernt liegende Veste Coburg gut zu beobachten ist. Als Assistentin Cuno Hoffmeisters, der Direktor der Sternwarte und außerdem Professor in Jena war, promovierte sie 1951 an der Friedrich-Schiller-Universität auf dem Gebiet der Astrophysik.
1952 heiratete sie Paul Ahnert, der ebenfalls als Astronom in Sonneberg arbeitete. Der Erfolg ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihr persönliches Glück wurde durch die sich verfestigende deutsche Teilung getrübt. Die in Sichtweite von Sonneberg liegende Heimatstadt Coburg war Anfang der 1950er Jahre für sie unerreichbar geworden.
Asaph Hall entdeckt den Marsmond Deimos
Deimos (von griech. „Schrecken“), auch Mars II genannt, ist neben Phobos einer der beiden natürlichen Satelliten des Planeten Mars. Benannt wurde er nach Deimos, dem Sohn und Begleiter des griechischen Kriegsgottes Ares (lateinisch Mars).
Er wurde im Jahr 1877 zusammen mit Phobos vom US-amerikanischen Astronomen Asaph Hall am US Naval Observatory in Washington D.C. entdeckt.
Deimos ist der kleinere und der entferntere der beiden Marsmonde, er läuft auf einer fast exakten Kreisbahn von 23.459 km Radius (entsprechend 20.063 km über dem Marsäquator) und benötigt für einen Marsumlauf 1 Tag, 6 Stunden und 18 Minuten. Wie der Erdmond hat Deimos eine gebundene Rotation, das heißt, er wendet dem Mars immer dieselbe Seite zu.
wurde Ernst Emil Ferdinand Anding geboren
Anding besuchte das Gymnasium Ernestinum in Gotha und legte dort sein Abitur ab. Er studierte in Jena und München Astronomie und promovierte 1888 bei Hugo von Seeliger zum Dr. phil. Danach blieb Anding als Privatdozent in München, wo er ab 1896 als Observator für die Königlich Bayerische Kommission für die internationale Gradmessung arbeitete.
1906 wurde er an die neue Sternwarte Gotha in der Jägerstraße 7 berufen, die er bis zu ihrer Schließung im Jahre 1934 leitete. Zum Professor ernannt, veröffentlichte er hier zunächst Ergebnisse seiner Münchener Messungen. Als theoretischer und praktischer Astronom gab er dann sowohl theoretische Betrachtungen zu einem Inertialsystem und zu Bewegungen der Sonne im Weltraum, als auch Beobachtungsergebnisse zu Verfinsterungen der Jupitermonde u. a. heraus. Seine letzte Schrift befasste sich mit der Möglichkeit eines massereichen Siriusbegleiters.
Unter Andings Leitung wurde die Gothaer Sternwarte weiter modernisiert. Er verbesserte den Meridiankreis durch Anbringen elektrischer Kontakte. Als letztes optisches Instrument beschaffte er ein Passageinstrument der Firma Bamberg in Berlin. Aus München bekam die Sternwarte von der Firma Clemens Riefler eine moderne Uhrenanlage geschenkt, durch die auf elektrischem Wege die Sternwartenuhren und über eine eigene Telegrafenverbindung auch die Zentraluhr im Gothaer Rathaus und damit alle städtischen Uhren gesteuert werden konnten.
Anding beklagte das nachlassende Interesse der Herzoglichen Stiftung an der Sternwarte, die damit gegen das Testament des Herzogs Ernst II. verstieß. 1934 wurde die Sternwarte Gotha geschlossen.
wurde Ernst Emil Hugo Becker geboren
Becker arbeitete als Observator an der Berliner Sternwarte, ab 1870 war er an den Zonenbeobachtungen der Berliner Akademie beteiligt. Am 17. Februar 1883 wurde an die Sternwarte Gotha berufen, vom Staatsministerium Gotha zum Professor ernannt und ab 16. Mai 1883 als Direktor der Sternwarte angestellt. Im Jahr 1883 wurde er außerdem zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Die vorgefundenen Instrumente und die elektrische Anlage empfand er als mangelhaft und kümmerte sich um deren Überholung. Auch indem Becker gleichzeitig die Bibliothek neu ordnete und einen Katalog anlegte, brachte er die Sternwarte Gotha auf einen modernisierten und arbeitsfähigen Stand.
Im August 1887 teilte er dem Staatsministerium mit, dass er einen Ruf an die mathematisch-physikalische Fakultät der Universität Straßburg erhalten habe und verließ am 30. November 1887 Gotha. Becker leitete anschließend 22 Jahre lang die Kaiserliche Universitäts-Sternwarte in Straßburg. Unter seiner Leitung erschienen drei Bände der Annalen der Universitäts-Sternwarte. Einer seiner Studenten war der bekannte Astronom Karl Schwarzschild.
starb Pedro Nunes
Da eine der Hauptanwendungen der Astronomie die Navigation auf See war, zeigten sich gerade hier Nunes' Fähigkeiten. So befasste er sich mit den Problemen der damals gebräuchlichen sog. Plattkarten (Verzerrung wegen konstanter Längengrade) und beschrieb als Erster um 1550 die Eigenschaften der Loxodrome, die auf der einfachen Kursbestimmungsregel beruht, immer den gleichen Winkel zum Meridian einzuhalten, in der Mercator-Projektion als Gerade erscheint, aber, wie Nunes erkannte, nicht der kürzesten Verbindung zweier Punkte auf der Erde entspricht.
Er führte den Nonius zur Verbesserung des Astrolabiums ein (als System konzentrischer Kreise, die die Winkelablesung genauer machen sollten), der zu seiner Zeit von Tycho Brahe und Christoph Clavius benutzt wurde und in veränderter Form von Pierre Vernier 1631 eingeführt wurde. Nunes hatte zu seiner Zeit einen europaweiten Ruf.
Der Mondkrater Nonius sowie der Asteroid (5313) Nunes sind nach ihm benannt.