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100 Jahre Sternwarte Sonneberg

die Festveranstaltung im Gesellschaftshaus

Festakt zum 100-jährigen Jubiläum der Sternwarte Sonneberg – ein Rückblick

Was 1925 mit der Begeisterung Cuno Hoffmeisters für den Sternhimmel begann, ist heute ein nationales Kulturdenkmal von internationalem Rang: Die Sternwarte Sonneberg auf dem Erbisbühl feierte in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Aus diesem festlichen Anlass kamen zahlreiche Gäste im städtischen Gesellschaftshaus Sonneberg zusammen – darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik, Weggefährten aus der Wissenschaft, ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sternwarte sowie viele Freundinnen und Freunde der Astronomie.

Ein Abend voller Wertschätzung

Nach der herzlichen Begrüßung durch den Leiter der Sternwarte, Dr. Peter Kroll, der sich zugleich bei allen Unterstützern und Spendern bedankte, folgten die Grußworte der Ehrengäste.

Sonnebergs Bürgermeister Heiko Voigt erinnerte daran, dass es der Faszination Cuno Hoffmeisters – heute Ehrenbürger der Stadt – zu verdanken sei, dass Sonneberg nicht nur für seine Spielzeugtradition, sondern auch für die Astrophysik bekannt ist. Zugleich mahnte er eine dauerhafte finanzielle Absicherung der Sternwarte an und bekräftigte seinen Einsatz für den Erhalt des einzigartigen wissenschaftlichen Erbes.

Als Schirmherrin des Jubiläums würdigte die Thüringer Ministerin Beate Meißner die besondere Verbundenheit der Region mit ihrer Sternwarte. Sie hob hervor, wie wichtig der Standort für die Vermittlung von Wissenschaft ist – nicht zuletzt für die vielen Schulklassen, die bei Führungen die Welt der Sterne entdecken. Uta Batz, zweite Stellvertreterin des Landrats, würdigte die lange Erfolgsgeschichte der Sternwarte und die Bedeutung der Astronomie als Motor wissenschaftlichen Fortschritts.

Aus der Wissenschaft gratulierte unter anderem Prof. Kai-Uwe Sattler, Präsident der Technischen Universität Ilmenau. Er betonte die enge und vertrauensvolle Kooperation beider Einrichtungen – von der Bereicherung des Lehrprogramms bis zur Unterstützung bei der Digitalisierung des weltberühmten Fotoplattenarchivs.

Besonders gefreut haben wir uns über die Worte von Roland Krischke, Präsident des Museumsverbands Thüringen. Er erinnerte daran, welch hohes Vertrauen die Bürgerinnen und Bürger den Museen entgegenbringen und dass sie damit ein unersetzlicher Anker in der Gesellschaft sind. Der Sternwarte und unserem Astronomiemuseum wünschte er mit einem Augenzwinkern „stets die nötigen Sterntaler für das Bildungsmärchen" – ein Wunsch, dem wir uns nur anschließen können.

Wissenschaftlicher Höhepunkt und musikalische Umrahmung

Eine besondere Ehre wurde dem Festakt mit dem zugeschalteten Fachvortrag von Prof. Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut in Garching zuteil, Nobelpreisträger für Physik 2020. Sein Vortrag über Galaxien und die Erforschung Schwarzer Löcher bildete den akademischen Höhepunkt des Abends und zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und faszinierend die astronomische Forschung heute ist.

Für die passende – im wahrsten Sinne galaktische – musikalische Gestaltung sorgte das Orchester der Musikschule Sonneberg mit den „Star Wars Themes" und einer eigens komponierten Neukomposition von Aaron Heinrich.

100 Jahre bewegte Geschichte

Zum Abschluss nahm Dr. Peter Kroll die Gäste mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte unserer Sternwarte: von der Gründung 1925, die auf eine nächtliche Wanderung des jungen Cuno Hoffmeister mit seinem Vater zurückgeht, über dessen Lebenswerk – die Entdeckung von fast 10.000 Veränderlichen Sternen und der Aufbau einer Sammlung von rund 300.000 Fotoplatten, heute die zweitgrößte ihrer Art weltweit – bis hin zur Blütezeit Ende der 1940er Jahre, in der unter anderem sieben Kuppeln und die Himmelsüberwachungsanlage entstanden.

Doch die Geschichte der Sternwarte kennt auch schwere Zeiten: den Verlust wertvoller Instrumente als Reparationsleistung nach dem Zweiten Weltkrieg, die drohende Schließung nach der politischen Wende und immer wiederkehrende Finanzierungsengpässe. Dass die Sternwarte heute weiterbesteht, ist dem großen Engagement vieler Beteiligter zu verdanken – und nicht zuletzt der Unterstellung unter Denkmalschutz im Jahr 1992, die wichtige Mittel für notwendige Sanierungen ermöglichte.

Blick in die Zukunft

Der Wunsch für die kommenden Jahre ist klar: die Sternwarte wieder als wissenschaftliches Institut mit gesicherter Landesfinanzierung zu revitalisieren – am liebsten in Kooperation mit der TU Ilmenau. Als Astronomiemuseum sehen wir uns dabei in der Verantwortung, das reiche Erbe Cuno Hoffmeisters lebendig zu halten und die Faszination für den Sternhimmel an kommende Generationen weiterzugeben.

Oder um es mit kämpferischen Worten zu sagen: Es kommt nicht darauf an, „die Asche zu hüten, sondern das Feuer zu bewahren!"

Wir danken allen Gästen, Rednern, Unterstützern und Mitwirkenden, die diesen Festakt zu einem unvergesslichen Abend gemacht haben – und freuen uns auf die nächsten 100 Jahre Faszination Sternhimmel.