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Historische Instrumente gerettet

die Kimberger-Sternwarte

Am 21. und am 23. September 2026 haben wir in Fürth die historischen Instrumente einer Privatsternwarte vor einer ungewissen Zukunft bewahrt: die Sternwarte von Dr. Franz Kimberger.

Franz Kimberger (1926–2009) war Arzt und Heimatforscher. Beim Roten Kreuz baute er den Notarztdienst im Kreisverband Fürth auf, als Heimatforscher widmete er sich der Geschichte der Fürther Heilquellen. Die Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft (NAA) ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Seine Sternwarte stammt aus dem Jahr 1959.

Genutzt wurde die Anlage zuletzt nicht mehr, und mitten in der Stadt Fürth ergibt ein Sternwartenbetrieb heute auch aufgrund des Standorts wenig Sinn. Die Familie Kimberger als Eigentümerin möchte die Gebäude künftig anders nutzen. So wurde aus dem Ende der Sternwarte die Chance, die historischen Geräte zu sichern.

Zu viert haben wir die Instrumente in zwei Tagen abgebaut und mit zwei Fahrten im Transporter nach Sonneberg gebracht. Gerettet haben wir:

  • einen Steinheil-Refraktor aus der Zeit vor 1900, mitsamt seiner kompletten, mit einem Uhrwerk angetriebenen Montierung und der Säule. Das Uhrwerk führt das Fernrohr dem Lauf der Sterne nach, sodass Himmelsobjekte lange im Blickfeld bleiben. Steinheil war eine bekannte Münchner Optikwerkstatt.
  • ein Newton-Teleskop mit 30 Zentimetern Öffnung, dessen Spiegel aus der Sternwarte Moskau stammt. [Ergänzen, falls bekannt: wie er nach Fürth kam.]
  • die zugehörigen Schalttafeln der Anlage. 

Im Depot des Astronomiemuseums werden die Geräte inventarisiert und gereinigt und für eine spätere Ausstellung vorbereitet. Zugleich dokumentieren wir ihre Geschichte, damit sie nicht verloren geht. Sie erzählt von einem Fürther, der sich für Notdienst, Stadtgeschichte und den Sternenhimmel eingesetzt hat, und von einer Zeit, in der Teleskope noch von Uhrwerken geführt wurden.

Wir danken der Familie Kimberger und allen Beteiligten für das Vertrauen und die Unterstützung.