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Pressemeldungen

des Astronomiemuseums

T CrB – Ein Sternsystem zwischen Ruhe und Ausbruch

Sonneberg, den

06. April 2026

Sehr geehrte Damen und Herren der Presse,

am Montag, dem 13. April 2026, um 19 Uhr lädt das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg zum nächsten Montagsvortrag ein.

Im Mittelpunkt steht diesmal ein Himmelsereignis, das Astronominnen und Astronomen weltweit mit Spannung verfolgen: das Sternsystem T Coronae Borealis (T CrB), bei dem in absehbarer Zeit eine seltene Novaexplosion erwartet wird. Der Vortrag „T CrB – Ein Sternsystem zwischen Ruhe und Ausbruch“ wird von Dr. Veronika Schaffenroth gehalten. T CrB gehört zu den ganz besonderen Objekten am Himmel, denn wenn es zum Ausbruch kommt, könnte das System für kurze Zeit sogar mit bloßem Auge sichtbar werden – ein seltenes Schauspiel, das vielleicht schon bald bevorsteht.

Viele Sterne sind keine Einzelgänger wie unsere Sonne, sondern Teil von Doppel- oder Mehrfachsystemen. Stehen sie einander sehr nahe, beeinflussen sie sich im Laufe ihrer Entwicklung mitunter stark. Dabei entstehen einige der spannendsten Prozesse der modernen Astrophysik – darunter Materieströme zwischen den Sternen, dramatische Helligkeitsschwankungen und schließlich explosive Ausbrüche.

 Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist T CrB, ein System aus einem Roten Riesen und einem Weißen Zwerg. Materie des einen Sterns wird dabei auf den Begleiter übertragen und sammelt sich auf dessen Oberfläche an. Steigen Druck und Temperatur stark genug an, kann es zu einer thermonuklearen Explosion kommen: einer Nova. In einem solchen Moment nimmt die Helligkeit des Systems innerhalb kürzester Zeit gewaltig zu. Die letzten bekannten Ausbrüche von T CrB wurden 1866 und 1946 beobachtet – seither wartet die astronomische Fachwelt auf das nächste Aufflammen dieses außergewöhnlichen Systems.

Gerade jetzt ist T CrB besonders interessant: Neue Beobachtungen und aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass sich das System in einer ungewöhnlich aktiven Phase befindet. Mehrere Veränderungen in Spektrum und Akkretionsverhalten werden als mögliche Vorboten eines kommenden Ausbruchs diskutiert. Noch lässt sich der genaue Zeitpunkt wissenschaftlich nicht verlässlich vorhersagen – doch genau diese Mischung aus Unsicherheit, Erwartung und laufender Beobachtung macht T CrB derzeit zu einem der spannendsten Objekte am Nachthimmel.

Im Vortrag gibt Veronika Schaffenroth einen anschaulichen Einblick in die Entwicklung von Einzel- und Mehrfachsternsystemen und erläutert, mit welchen Methoden die Astronomie solche Objekte untersucht. Sie zeigt, welche physikalischen Prozesse hinter dem möglichen Ausbruch von T CrB stehen, welche Beobachtungen in den vergangenen zwei Jahren gemacht wurden und warum Forschende weltweit dieses Sternsystem derzeit besonders aufmerksam verfolgen.

Der Abend bietet damit nicht nur faszinierende Einblicke in die aktuelle astronomische Forschung, sondern auch die seltene Gelegenheit, ein mögliches Himmelsereignis von besonderer Aktualität besser zu verstehen. Vielleicht trennt uns nur noch wenig Zeit von einem Ausbruch, der für wenige Tage selbst ohne Teleskop sichtbar werden könnte. Wer wissen möchte, was hinter diesem „Blaze Star“ steckt und warum Fachleute rund um den Globus auf T CrB blicken, sollte diesen Vortrag nicht verpassen.

Dr. Veronika Schaffenroth forscht an photometrischen und spektroskopischen Beobachtungen enger, entwickelter Doppelsternsysteme. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen insbesondere Post-Common-Envelope-Systeme, pulsierende Doppelsternsysteme sowie heiße Subzwergsterne. Darüber hinaus untersucht sie den Einfluss stellarer und substellarer Begleiter auf die Sternentwicklung, vor allem im Zusammenhang mit stabilem und instabilem Massentransfer. Weitere Forschungsfelder sind Variationen von Umlaufperioden, tidale Synchronisation und Bestrahlungseffekte.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 6,- Euro und für Schüler sowie Studenten 4,50 Euro. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Bilder und weitere Pressemeldungen finden Sie unter:
🔗 https://astronomiemuseum.de/presse

Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:
Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg
Thomas Müller
📞 Telefon: +49 03675 81218
📧 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
🌐 Website: https://astronomiemuseum.de

 


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